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Eine Reise zwischen Rationalismus und Monumentalismus

Architektur der Moderne in Predappio, Castrocaro und Forlì.


Für Liebhaber der Architektur des Rationalismus, eine Kunstbewegung, die sich in Italien in den 20er-Jahren entwickelt hat, um sich mit dem Stil des Faschismus zu überschneiden, ist Forlì, das Herkunftsgebiet Benito Mussolinis, ein echtes Stadtmuseum mit vielen Bauwerken dieser Art.

Aeronautico GymnasiumDie neue Bewegung, die eine Art “vereinfachten Neoklassizismus“ darstellt, ist zweifellos der Reihe an Tendenzen zuzuordnen, die von Kritikern mit Monumentalismus bezeichnet wurde. Diese Bewegung ist von symmetrischen und abgegrenzten Planimetrien geprägt, verziert mit klassischen architektonischen Eigenschaften wie Marmortäfelungen, rhythmischen Lauben, Säulen, Bögen und Symmetrien.

Den besten Beweis dieser neuen Bauart und des Engagements Mussolinis seinen Geburtsort aufzuwerten, stellt Predappio dar: Ende 1937 besaß die Kleinstadt alle Einrichtungen, um die Macht zu preisen und der Rolle seines mythischen Herkunftsortes funktionsgerecht zu sein. Heute ist Predappio ein einzigartiges Stadtmuseum, das Bauten des urbanistischen und architektonischen Stils des zwanzigjährigen faschistischen Regimes bewahrt, um die sich weltberühmte Experten gekümmert haben.  

Thermen PavillionBesondere Aufmerksamkeit wurde auch dem Thermalkurort von Castrocaro Terme gewidmet. Hier war Anfang der 30er-Jahre der Thermenpark die wahre Attraktion, berühmt aufgrund seiner Unterhaltungen und farbenprächtigen Vegetation. Mit dem Vorhaben die umstehenden und kahlen Hügel wieder grün zu machen, wurde der Littorio Wald geschaffen mit der Verpflanzung von 1200 Pappeln aus Kanada, 2km entlang der Talebene.

Doch der städtische Ausbau Castrocaros war noch nicht vollendet. Nach einer Idee von Arnaldo Mussolini, Bruder des Duce, erwarb der Staat 1936 den ganzen Thermalkomplex. Für die „königlichen Thermen von Castrocaro“ bedeutete dies die Eröffnung einer neuen Festtagssaison und wurde ziemlich bald zur Haupteinkommensquelle Castrocaros. Zwischen 1936 und 1938, unter der Leitung des Ingenieurs Rosario Pappalardo, wurde das neue Thermenkomplex eingeweiht.

Castrocaro konnte endlich mit anderen großen ausländischen Thermalkurorten mithalten und internationale hochkarätige Gäste begrüßen. Malerische und keramische Dekorationen der neuen Bauten wurden der Manufaktur Chini von Borgo San Lorenzo anvertraut.

Das Grand Hotel wurde oft als Gästehaus für Parteileiter und Prominente verwendet, vor dem Empfang des Regierungschef im Castello delle Caminate. Wer sich nach Castrocaro von Forlì  aus begibt, wird am Ortseingang die Fassade des Palazzo Piancastelli bewundern können, der heute die Leitung der Thermen beherbergt. Das Gebäude, 1781 von Bartolomeo Conti gebaut, wurde 1938 komplett neurenoviert.

Der Druck in Richtung Modernisierung eines “alten und etwas romantischen” Forlìs wurde vom Grafen Ercole Gaddi Pepoli, erster Bürgermeister, ausgeübt. Er gab der Stadt ein wirksames Kontrollmittel über die eigene Umwandlung: ein Flächennutzungsplan, der 1927 veröffentlicht und vom Ingenieur Luigi Donzelli ausgearbeitet wurde.

Post- und StaatspalastDie antike Stadt wurde von vielen Gebäuden umgekrempelt. Diese haben das alte, baufällige Stadtnetz umgebaut, ohne dabei die geschichtliche Schichtung der existierenden Elemente zu berücksichtigen. Die Idee einer neuen „Forma Urbis Fori Livii“ seitens des Regimes, wurde von einer architektonischen Verwandlung ganzer Stadtteile gefolgt.  

Renommierte Architekten und Bauingenieure wurden von der Zentralmacht oder von Notabeln aus Forlì gerufen, um die „zeitlichen Einkrustungen abzukratzen“.

Die Grafen Orsi Mangelli beauftragten den Mailänder Architekten Ariodante Bazzero mit der Planung der Palazzina Uffici ihrer Fabrik, die künstliche Seide herstellte und mit der Renovierung ihres Palazzo in der Stadt. Die Marchese Paulucci di Calboli vertrauten sich ihrem Architekten an, dem Römer Florestan di Fausto, eigentlicher Planer des neuen Predappio. Der große Offizier des Regimes, Manlio Morgagni, brachte nach Forlì Aldo Zacchi, der aus Cesena stammt und nach Mailand umzog. Er schuf das Abteil für Mutterschaft und Kindheit im städtischen Krankenhaus.

Die eigentlichen Urheber der neuen “imago urbis” waren Cesare Bazzani, Cesare Valle, gesandt von der Balilla-Organisation, und Gustavo Giovannoni, ein angesehener Mann im Bereich des Städtebauwesens und der Denkmalrestaurierung.

In Forlì gibt es drei Zonen, in denen man Bauwerke der Rationalismus sehen kann: Viale della Libertà, der den Piazzale della Vittoria mit dem Bahnhof verbindet, Porta Ravaldino und die Altstadt. In jeder dieser Zone befinden sich wichtige Bauwerke.

Eine Veröffentlichung unter dem Namen “Itinerari del Moderno”, mit Karten versehen, fördert das Wissen über die lokale Architektur in Verbindung zum geschichtlichen Zeitpunkts und ist kostenlos auf italienisch bei der Touristeninformationsstelle der Stadt Forlì verfügbar.

Letzte Aktualisierung 10.01.2017

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